Arbitrary Hypotheses

Jahr
2013
Rollen
Installation
Ausstellungsdesign
Fotografie

Die Installation zeigt Artefakte von Experimenten, die im Zuge des Versuchs drei verschiedene Hypothesen zu falsifizieren durchgeführt wurden. Die gezeigten Experimente gehören keiner spezifischen Disziplin an und wurden von uns als Amateure durchgeführt. Ob unserem Urteil bezüglich der Hypothesen und ihrer Gültigkeit getraut werden kann wird dem Betrachter überlassen; wir hingegen bemühen uns um eine lückenlose Dokumentation unseres experimentellen Prozesses.

So werden sowohl Mehlwürmer - angehalten ihren Weg auf einem Schachbrett zu finden - in einem umfangreichen Video gezeigt, als auch Tonaufnahmen plätschernden Wassers unterschiedlicher Temperaturen. Die Hypothesen wurden frei erfunden oder mit halbzufällig Methoden erstellt. So sind sie weniger gefährdet einer nutzen- und anwendungsgetriebenen Geisteshaltung zuzuspielen.

Dieser Ansatz ist an Karl Popper's Bedenken angelehnt, nach denen es der logisch nicht zu rechtfertigen ist, induktiv zu folgern (also isolierte Ereignisse zu extrapolieren um auf allgemeine Muster zu schließen). Stattdessen schlug Popper vor, irgendwelche Hypothesen zu formulieren und diese dann mit Hilfe von Gegenbeispielen nach und nach zu verwerfen.

Auf diese Art und Weise kann eine Hypothese eindeutig falsifiziert und dem Bereich des 'Unwahren' zugeschrieben werden. Jede Hypothese die jedoch nicht widerlegt werden kann bleibt damit Teil des "potenziell Realen", wo sie verbleibt, bis sie schließlich verworfen werden kann. Damit besteht die Realität als eine Sammlung von Möglichkeiten und ist keine trügerische Gewissheit, die sich schon mehrmals als irreführend erwiesen hat.

Herzlichen Dank an Tom Battin (Universität Wien) und die Werkstätten Metalltechnologie & Holztechnologie der Universität für angewandte Kunst Wien.

Mehlwurm beim Schachtraining
Blatt der Dokumentation des Testspiels der Mehlwürmer
Experiment: Effekte von Fotoblitzen auf Eiweiß
Aufbau in der Ovalhalle des Museumsquartiers (Foto: Max Kropitz)
Aufbau in der Ovalhalle des Museumsquartiers (Foto: Max Kropitz)